| Franz Bittner

Zu dick und psychisch labil – traurige Fakten zur Gesundheit der Jugend Wiens.

Die jungen Wiener Männer haben im Vergleich zu 18-Jährigen in den anderen Bundesländern mehr körperliche Gebrechen. Denn in Wien sind bereits 28 Prozent der Stellungspflichtigen untauglich, der Spitzenwert in Österreich.

Man fragt sich, wie das sein kann. Denn wir leben in einem Land mit sehr guter, medizinischer Versorgung. Wieso sollte der erst 18-Jährige kränker sein als frühere Generationen? Besonders hat die Zahl der Haltungsschäden und Stoffwechselerkrankungen in den vergangenen Jahren zugenommen; in manchen Bereichen um besonders auffallende 20 Prozent.

Was sind die Gesundheitsprobleme der Jugendlichen?

Die sogenannten „Couch-Potatoes“ leiden an Übergewicht, das vor allem auf fehlende Bewegung und hyperkalorische Ernährung zurückzuführen ist. Und das hat zusätzlich Folgeerscheinungen. Denn unter dem Übergewicht leidet auch die Psyche der Betroffenen, sie sind dann weniger belastbar und geringer stressresistent.

Die negativen Auswirkungen durch Bewegungsmangel zeigen sich bei Kindern in unterschiedlicher Art und Weise. Körperliche Erscheinungen sind ein höherer Fettanteil bis hin zu Adipositas und Haltungsschäden. Mental sind bereits Kinder weniger belastbar und weisen geringere schulische Leistungen auf.

Das alles ist schon seit längerem bekannt und es wurde vielfach davor gewarnt. Geholfen hat es bis jetzt nichts. Laut der Health Behaviour in School-aged Children Studie sieht man, dass sich nur ein Fünftel der 11-15-jährigen österreichischen Schülern täglich 60 Minuten bewegt.

Insgesamt ist eine deutliche Abnahme des Aktivitätslevels im Verlauf des Schulalters von 7 bis 14 Jahren festzustellen. Weitere Fakten zeigen das Problem in seinem ganzen Ausmaß:

  • nur 28% der Kinder und Jugendlichen in Österreich betreiben Sport
  • Mädchen sind weniger aktiv als Burschen (25% der Mädchen und 33% der Burschen betreiben Sport).
  • bei den 6 bis 18-jährigen sind 25% der Mädchen 28% der Buben bereits übergewichtig oder fettleibig;

Ärzte sind daher zunehmend besorgt über die Gesundheit unserer Kinder. Wenn man schon mit 18 Jahren ein solches Verhaltensmuster hat, lässt sich das nur mit viel Mühe ändern. Die stark Übergewichtigen von heute sind die Zuckerkranken von morgen.

Wie fördern wir die Gesundheit unserer Kinder?

Kinder und Jugendliche sollten täglich mindestens 60 Minuten körperlich aktiv sein. Der Jugendliche Körper im Wachstum braucht muskelkräftigende und knochenstärkende Bewegungsformen und Übungen zur Koordination und Beweglichkeit. Falls sitzende Tätigkeiten länger als 60 Minuten dauern, werden zwischendurch kurze Bewegungseinheiten empfohlen.

Gerade in den ersten Lebensjahren, in denen Kinder einen natürlichen Bewegungsdrang haben, kann man so leicht die Freude an Bewegung und Sport fördern. Regelmäßige körperliche Aktivität, das Fördern von Bewegung und Sport beeinflusst verschiedene Bereiche in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und fördert ihre physische, emotionale, soziale und intellektuelle Entwicklung. Neben dem Spaß und der Freude durch Bewegung und Sport, wird den Kindern nebenbei auch die Wichtigkeit von Gesundheit und sozialem Lernen zugeschrieben.

Hier finden sie mehr Informationen warum Bewegung und Sport so wichtig für unsere Kinder ist (öffnet sich in einem neuen Fenster) und Fonds Gesundes Österreich (öffnet sich in einem neuen Fenster).

Mein Rat: Sich gemeinsam bewegen ist gesund und macht vor allem Spaß. Tun sie sich und ihren Kindern regelmäßig etwas Gutes. Und es ist keine Frage des Geldes in Wien. Hier finden sie eine Liste der vielen Möglichkeiten (öffnet sich in einem neuen Fenster).

Ihr Franz Bittner