| Franz Bittner

Neue Teststraßen in Wien gegen Corona

Mit Beginn der herbstlichen Grippesaison hat Wien seinen Kampf gegen das Coronavirus intensiviert. Zwei Millionen Antigen-Tests stehen für die Wienerinnen und Wiener bereit. Laut Gesundheitsstadtrat Hacker wurden davon bereits 20.000 ausgeliefert.

Die Wiener Patienten können in der Probephase ohne Terminvereinbarung kommen. Sollte es nötig sein, wird man sich seitens der Stadt Wien ein Terminmanagement überlegen. “Wir wollen Corona-Infektionen nicht in den Arztpraxen haben”, erklärte Stadtrat Hacker. Durch die Ordinationscontainer sollen niedergelassene Ärzte entlastet werden.

 

Das sind die neuen Corona-Checkboxen

In speziellen Ordinationscontainern (auch “Checkboxen” genannt) werden ab dem 2.11.2020 symptomatische Personen überprüft. Sie werden per Schnelltest in der Grippezeit auf eine etwaige Corona-Infektion getestet. Das Pilotprojekt startet mit drei Containerstandorten. Diese sind in Favoriten, Ottakring und der Donaustadt postiert. Je nach Bedarf soll es eine Erweiterung auf insgesamt weitere 30 Standorte geben.

Ist das Ergebnis negativ, bekommt man an Ort und Stelle gleich eine Behandlung durch die anwesende Ärztin bzw. den Arzt. Hat man ein positives Testergebnis wird vom Arzt sofort eine Absonderung ausgesprochen und die betreffende Person muss sich sofort in Quarantäne begeben.

 

Test für 17.000 Menschen in Pflegeeinrichtungen

Eine weitere Maßnahme ist ein großflächiges Corona-Schwerpunkt-Screening in Wien. Dazu werden von 3. bis 12.11.2020 Tests im Pflege- und Krankenhausbereich sowie in Sozialeinrichtungen durchgeführt. Aktuell sind täglich rund 2.000 Tests geplant. 90 Einrichtungen und 17.000 Einwohner der Pflegewohnhäuser werden so innerhalb einer guten Woche auf das Virus getestet.

 

Welche Menschen zählen zur Corona-Risikogruppe? 

Es gibt eine COVID-19-Risikogruppe-Verordnung. Laut ihr zählen Personen mit folgenden Vorerkrankungen zur Risikogruppe:

  • fortgeschrittene, chronische Lungenkrankheiten, die eine dauerhafte, tägliche, duale Medikation benötigen
  • chronische Herzerkrankungen mit Endorganschaden, die dauerhaft therapiebedürftig sind (wie ischämische Herzerkrankungen sowie Herzinsuffizienzen)
  • aktive Krebserkrankungen mit einer jeweils innerhalb der letzten 6 Monate erfolgten onkologischen Pharmakotherapie (Chemotherapie, Biologika) und/ oder einer erfolgten Strahlentherapie sowie metastasierende Krebserkrankungen auch ohne laufende Therapie
  • Erkrankungen, die mit einer Immunsuppression behandelt werden müssen
  • fortgeschrittene, chronische Nierenerkrankungen
  • chronische Lebererkrankungen mit Organumbau und dekompensierter Leberzirrhose ab Childs-Stadium B
  • ausgeprägte Adipositas ab dem Adipositas Grad III mit einem BMI >= 40
  • Diabetes mellitus
  • arterielle Hypertonie mit bestehenden Endorganschäden, insbesondere chronische Herz- oder Niereninsuffizienz, oder nicht kontrollierbarer Blutdruckeinstellung

 

Was sie über das Coronavirus wissen müssen

Seit Mitte März hat die Medizin durch die Behandlung und laufende Beobachtung der Patienten viel über das Corona-Virus gelernt. Viele Erkenntnisse sind sehr beunruhigend. Denn bei Patienten, mit einem lediglich milden Verlauf der Erkrankung, lässt eine vollständige Genesung häufig lange auf sich warten. Mehr Informationen dazu, wie Patienten wieder fit werden, können sie hier nachlesen. Link öffnet in eigenem Fenster. >>

Ein zusätzlicher Problembereich liegt in der in der Rehabilitationstherapie. Hier sind die Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen und Abstandsregeln sehr schwierig umzusetzen. Patienten müssen teils länger warten, bis sie einen Reha-Platz bekommen. Dies stellt eine physische und psychische Doppelbelastung für die Betroffenen dar.

Pflegende Angehörige sind aktuell besonders hart betroffen. In einer Befragung gaben 32 Prozent an, dass die Pflegebedürftigen keine Therapien mehr erhalten haben. 15 Prozent konnten die Tageszentren nicht mehr besuchen, 16 Prozent verzichteten auf mobile Dienste, 19 Prozent erhielten keine Unterstützung durch Heimhilfen mehr.
Hier finden sie mehr dazu, welche Unterstützung pflegende Angehörige während Corona benötigen. Link öffnet in eigenem Fenster. >>

Mein Aufruf an Sie:

Wir alle werden noch länger mit dem Coronavirus leben müssen. Jedenfalls für diesen Winter. Geben sie gut auf sich acht und halten sie sich bitte an die Regeln für den Kontakt mit Anderen. Das sind insbesondere das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes, regelmäßiges Händewaschen bzw. Desinfektion.
Gemeinsam und mit Rücksicht auf Andere werden wir diese Pandemie bewältigen.

Bleiben sie gesund, Ihr Franz Bittner