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Medienberichte

10 Februar 2015

Ärztearbeitszeit: Immer mehr Beschwerden


Wien. Die Gesundheitsreform und die neuen Arbeitszeiten für Spitalsärzte sind längst auch für die Patienten spürbar geworden - im negativen Sinn. Es gebe immer mehr Beschwerden, vor allem über längere Wartezeiten, OP-Verschiebungen und überfüllte Ambulanzen bzw. Ordinationen, sagte der Patientenobmann der Wiener Ärztekammer, Franz Bittner, am Montag.
Bittner, früher Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse, brachte dazu folgendes Beispiel: Eine Wiener Patientin wollte sich für einen Ambulanztermin im Spital Speising anmelden. Die Antwort auf die Anfrage vom Oktober 2014 war: November 2015. "Die Patientin meinte, man hätte sich in der Jahreszahl geirrt. Das war nicht der Fall."

Im Rahmen der Gesundheitsreform sollte der Patient eigentlich dort behandelt werden, wo es für ihn am besten und für das System am billigsten ist. Zusammen mit den neuen Dienstzeiten für Spitalsärzte, die im Schnitt nur noch 48 Stunden pro Woche arbeiten dürfen, gehe hier jedoch eine Schere zwischen dem Bedarf an fachärztlicher Betreuung in Ambulanzen und den Ressourcen auf. In Wien sehe man das vor allem in den Bereichen Neurologie, Nuklearmedizin, Orthopädie und bei bestimmten physikalischen Leistungen, so Bittner. Spezialambulanzen werde man im niedergelassenen Bereich außerdem nie ersetzen können. Die neuen Primärversorgungszentren in Wien dienten dazu, jene abzufangen, die zur Erstversorgung gleich in eine Spitalsambulanz gehen würden. "Dazu muss man sagen: Viele dieser Patienten haben keinen Vertrauensarzt."

Kritik an Krankenkassen

 

Noch eine Entwicklung hat Bittner beobachtet: Patienten würden immer öfter in den Privatbereich ausweichen. "Was mich wirklich stört ist, dass offenbar der ,kassenfreie Raum' mit stiller Zustimmung der Kassen weiter ausgedehnt wird." Auch im Burgenland führen die neuen Ärztearbeitszeiten - laut Ärztekammer - zu einem Qualitätsverlust in der Versorgung: Geplante OPs müssten verschoben und Ambulanzen könnten teilweise nicht aufrechterhalten werden, hieß es am Montag. (APA)

 

"Die Presse" vom 10.02.2015 Seite: 8 Ressort: Inland Österreich, Abend, Österreich, Morgen

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Das Bild zeigt Franz Bittner bei der Beratung eines Patienten.

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