| Franz Bittner

Impfpflicht für Ärztinnen und Ärzte

Manchmal versteht man einfach gar nichts mehr. Wir stehen am Ende des zweiten Jahres der Coronapandemie, wir haben gerade den 4. Lockdown hinter uns und sind froh, dass wir Weihnachten gemeinsam feiern können. Es ist klar, dass nach dem Jahreswechsel mit Omikron die nächste verheerende Infektionswelle auf uns zurollt und damit ein neuerlicher Lockdown.

Der einzige Ausweg gegen neuerliche Lockdowns ist Impfen. Das können sie hier nachlesen. Die Situation in Österreich ist schwierig, da viele Gruppierungen aus der Verunsicherung von Teilen der Bevölkerung ihren Nutzen ziehen wollen.

Als ob das noch nicht schlimm genug wäre, vergessen einige ÄrztInnen auch ihre Vorbildfunktion und schüren die Verunsicherung der BürgerInnen und PatientInnen. Andere wiederum haben sich geweigert Ungeimpfte in ihren Ordinationen zu behandeln. Dafür gibt es nur ein Wort: inakzeptabel.

Wir müssen nun zusammenhalten und dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen in Österreich 3 mal geimpft sind. Denn nur mit 3 Impfungen hat man den aktuell bestmöglichen Schutz vor Omikron, das können sie auch hier nachlesen. Und die ÄrztInnen – zumindest solche in Kassenordinationen – müssen ihrer Behandlungspflicht nachkommen.

 

Ordnungsruf des Präsidenten der Ärztekammer

Dieser Ordnungsruf war dringend notwendig. Die Ärztekammer hat eine Art Warnschreiben an niedergelassene Medizinerinnen und Mediziner gerichtet, in dem die ÄrztInnen daran erinnert werden, dass sie sich an die Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums (NIG) halten müssen. Niemand darf unbegründet von Corona-Impfungen abraten. Und alle PatientInnen müssen in Kassenordinationen behandelt werden, auch ungeimpfte PatientInnen. ÄrztInnen, die sich nicht an diese Vorgaben halten, drohen Disziplinarverfahren.

Auch ÖGK-Obmann Andreas Huss zeigt „wenig Verständnis“, wenn Ärztinnen oder Ärzte gegen die Impfung auftreten. Die Impfung sei die einzige Möglichkeit, aus der Pandemie herauszukommen.

Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Thomas Szekeres, sagte, ein Anlass für das Schreiben von ihm an die Landeskammern war, dass es Beschwerden darüber gab, dass einige wenige Mediziner Ungeimpfte nicht behandeln würden. “Das ist jedenfalls in Kassenordinationen nicht möglich und nicht erlaubt”, betonte Szekeres. Er wies darauf hin, dass solchen Ärztinnen und Ärzten auch Disziplinarverfahren drohen.

 

Impfpflicht als Berufsvoraussetzung für ÄrztInnen

Die Ärztekammer will daher im Rahmen der bevorstehenden Impfpflicht gesetzlich verankert haben, dass die Covid-19-Schutzimpfung als “unbedingte Voraussetzung” für die ärztliche Berufsausübung gilt. Es ist wirklich traurig, dass wir über so etwas tatsächlich diskutieren müssen.

Ein Verweigern der vorgeschriebenen Impfungen von ÄrztInnen soll gleichbedeutend sein mit der Streichung auf der Ärzteliste. Auch dafür sollte die Politik die nötigen gesetzlichen Voraussetzungen schaffen, wurde von der Ärztekammer gefordert.

Mein Kommentar: Jeder, absolut jeder Erwachsene in Österreich muss jetzt Verantwortung übernehmen und seinen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie erbringen. Jeder in der Ärzteschaft muss die Verantwortung für die Gesundheit der österreichischen Bevölkerung voll und ganz übernehmen, solidarisch vorangehen und allen anderen Berufsgruppen zeigen, dass es in der aktuellen Corona-Krise keinen Ausweg mehr gibt als jenen der Impfung.

Ihr Franz Bittner