| Franz Bittner

Die Bundesregierung und ihr und unser aller tägliches Dilemma

Die Regierungsmitglieder der Schwarz-Grünen Bundesregierung geben sich Corona-bedingt bei ihren (gefühlt täglichen) Pressekonferenzen optimistisch bis besorgt.
Eine Rolle, die Minister Anschober wie auf den Leib geschrieben ist. Egal ob vor, zwischen oder nach einem Lockdown, versucht er mit stets besorgter Mine (die er zu Recht haben muss) der Bevölkerung, die nächsten Schritte seines Ministeriums darzulegen. Zumeist gelingt es ihm auch, Hoffnung zu geben – wenn man sich an die vorgegebenen Regeln hält.

Leider halten sich zu wenige Menschen an die Regeln. Hauptsächlich deswegen, weil das ziemlich schwierig ist. Denn der Herr Minister ist meist mit seinen Ansagen schneller, als die Legisten seines Ministerium beim Texten von Gesetzen und Verordnungen. Dies führt unweigerlich – auch bei den Experten und Expertinnen – zu Verunsicherung.

Wie ist die Faktenlage?

  • Österreich hat am Stichtag 3. Jänner 2021, 364.520 Menschen, die sich mit Corona infiziert haben.
  • Davon sind 6.324 verstorben. Die Zahl der Verstorbenen ist im internationalen Vergleich relativ hoch! Denn umgerechnet auf 100.000 Einwohner sterben in Österreich 72 Menschen.
    • Zum Vergleich: In Deutschland kommt man deutlich besser weg. Hier liegt die Zahl der Toten, auf 100.000 Einwohner gerechnet, bei 42. Offensichtlich hat die Deutsche Regierung die Pandemie besser im Griff, als unsere Regierung.
    • Beide Länder sind sehr gut vergleichbar. Sie haben eine ähnliche Altersstruktur, einen starken Föderalismus, der manchmal eher schadet als nützt.

Die Regierung lädt in den nächsten Jänner-Tagen nun wieder zu einer Massentestung ein. Nur Wenige werden dieses Angebot nützen. Denn aus Sicht des Bürgers ist die Gewissheit negativ zu sein von kurzer Dauer. Die Infizierten, die man bei solchen Massentests identifiziert, sind für ein Contact-Tracing (Kontaktnachverfolgung) sinnvoll, doch derzeit funktioniert dieses nur rudimentär bis gar nicht.

Was wäre sinnvoller?

Sinnvoller wäre es, wenn die Bewohner und Bewohnerinnen in Pflegeeinrichtungen geschützt werden. Also das, was uns die Bundesregierung täglich mitteilt, müsste auch mit den Ländern und Gemeinden tatsächlich umgesetzt werden: testen, testen und nochmals testen.

Das ist aber nicht geschehen. Und so machen Pflegeheimbewohner und -bewohnerinnen die größte Anzahl, der an COVID-19 Verstorbenen aus. Wenn jetzt “die Reißleine gezogen” wird, kommt dies deutlich spät! Denn schon im März und April 2020 wurde die Aussage getätigt „wir müssen unsere Alten schützen“ schützen. Hier hat Dummheit, Schlamperei und lebensgefährliche Ignoranz in manchen Pflegeheimen Einzug gehalten.
Aber jetzt wird alles besser. Fragt sich nur wann?

Während Israel bereits die zweite Million seiner Bürger und Bürgerinnen gegen Corona impft, wird uns das Schema, welche Gruppen zuerst und welche später geimpft werden sollen, mitgeteilt.

Was leider fehlt, ist wann, wo und wie geimpft wird und wie die impfwilligen Bürger und Bürgerinnen schnellstmöglich zu ihrer Impfung kommen.

Das wird uns aber wahrscheinlich der Gesundheitsminister in den kommenden Tagen und Wochen mit sorgenvollem Blick mitteilen. Sein Chef, der Bundeskanzler, ist dem Thema bereits enteilt. Er hat den „Game Changer“ erfolgreich ins Land geholt und kann daher bereits die nächsten Probleme und deren Lösungen in den kommenden Pressekonferenzen skizzieren.

Meint ihr Franz Bittner