| Franz Bittner

Denkt in der Coronakrise auch an die niedergelassenen Ärzte

Die Österreicher unterstützen die Maßnahmen der Regierung zur Verhinderung weiterer Infektionen mit Covid-19 sehr diszipliniert. Auch ich als Patientenombudsmann sehe die strengen Maßnahmen als notwendig und gerechtfertigt. Die Überlastung der Spitäler zu verhindern bleibt oberste Priorität. Gerade der Bereich der niedergelassenen Ärzte bringt hier eine wichtige Unterstützung und Entlastung. Umso unverständlicher ist es, wie wenig Unterstützung die Ordinationen hier bekommen. Der Hilferuf der Ärzte (öffnet sich in einem neuen Fenster) ist laut und unmissverständlich.

Schutzmaßnahmen müssen für alle Bereiche gelten. Die von der Regierung verordnete Maskenpflicht in Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln muss auch unbedingt in den Ordinationen umgesetzt werden. Keinesfalls dürfen – wie in Italien – Arbeitende im Gesundheitswesen zu Multiplikatoren werden und die Patienten anstecken.

Mehr Informationen und Unterstützung für niedergelassene Ärzte und ihre Patienten

Ein NÖ Arzt im niedergelassenen Bereich (öffnet sich in einem neuen Fenster) ist bereits an Covid-19 gestorben. Es zeigt, wie schwierig der Schutz vor dieser Infektion selbst für Ärzte ist. Und beweist die Notwendigkeit die niedergelassenen Ärzte mit ausreichend Schutzbekleidung zu versorgen.

Es muss – wenn notwendig durch eine Gesetzesnovelle – sichergestellt sein, dass den niedergelassenen Ärzte aus Datenschutzgründen keine Informationen über den Stand der positiv bzw. der negativ auf das Coronavirus getesteten Patienten vorenthalten werden.

Es macht doch keinen Sinn, wenn Bürgermeister Informationen über Infizierte bekommen, sie aber den Ärzten vorenthalten müssen. Der ORF hat dazu berichtet (öffnet sich in einem neuen Fenster). So kann die Informationsweitergabe nicht einmal im Ansatz funktionieren, wenn die Politik den Behörden die Möglichkeit dazu nicht gibt.

Was man als Patient machen kann.

Wenn sie die Sorge haben mit dem Coronavirus infiziert zu sein, dann rufen sie die Hotline 1450 an. Wenn sie ihren niedergelassenen Arzt besuchen wollen, dann rufen sie unbedingt vorher an und besprechen das. Vermeiden sie bitte nicht angekündigte und spontane Arztbesuche in der Ordination. Sie schützen sich und ihren Arzt.

Mein Wunsch: Wir müssen in diesen schweren Zeiten zusammenhalten und sehr diszipliniert im Alltag sein. Das betrifft auch Arztbesuche. So helfen wir uns alle gegenseitig. Zusätzlich brauchen die niedergelassenen Ärzte vor Ort alle Informationen und patientenrelevante Daten zu Infektionen. Datenschutz darf den Patientenschutz nicht verhindern.