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Aktuelles

31 Januar 2019

Masern-Alarm in Österreich – was sie wissen müssen.


Als Patientenombudsmann geht es mir vorrangig um ihre Gesundheit und daher muss ich zum Thema Masern Stellung nehmen. Damit sie erst gar nicht erkranken und zu einem Arzt müssen.

 

Wir sind alle aufgeschreckt durch den tragischen Fall in Graz, der zeigt wie schnell sich eine Maserninfektion verbreiten kann. Gestern hat auch die ZiB ausführlich berichtet. Was ist passiert?

 

Ein 15-Jähriger ist in die Kinderklinik am LKH Graz gegangen und dort wurde festgestellt, dass er die Masern hat. In der Spitalsambulanz hat er acht weitere Kinder angesteckt.

 

Insgesamt gibt es bereits 13 bestätigte Masernfälle in der Steiermark und noch viele Verdachtsfälle, wie etwa 28 Babys in der Kinderklinik Graz. 26 von 130 Volksschulkindern in Anger dürfen bis zum 10. Februar die Schule nicht besuchen und auch nicht außer Haus gehen. Sie dürfen keinen Kontakt mit anderen Menschen haben und nicht einmal die Praxis des Kinderarztes aufsuchen.

 

Warum reagieren Behörden und Mediziner so drastisch auf diese Masernfälle?

 

Masern ist eine gefährliche Erkrankung.

 

  • Eine Infektion tötet den Großteil der Immun-Gedächtniszellen und führt damit zu einer längerfristigen Immunschwäche gegenüber anderen Erkrankungen.
  • Einer von 4 Erkrankten muss ins Krankenhaus, einer von 5 Masernkranken erleidet Komplikationen, wie Lungenentzündung, Bronchitis, Mittelohrentzündung oder Gehirnentzündung.
  • Die Erkrankung kann mit bleibenden Folgeschäden oder dem Tod einhergehen.
  • Wenn Kinder unter einem Jahr an Masern erkranken, so haben sie das hohe Risiko von eins zu 600, einige Jahre später an „Subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE)“ einer speziellen Gehirnhautentzündung zu erkranken, die tödlich endet.

 

Die Inkubationszeit bei Masern beträgt bis zu 21 Tage. Säuglinge, die nicht geimpft werden können, bekommen vorsorglich Immunglobuline, welche bis zu vier Tage nach Ansteckung vor dem Ausbruch der Krankheit schützen.

 

Symptome für Masern

 

Symptome für Masern sind ansteigendes Fieber, Husten und Bindehautentzündung. Nach ungefähr drei bis vier Tagen treten der typische, rote, fleckige Hautausschlag auf. Er beginnt am Kopf und bereitet sich dann über den ganzen Körper aus. Vor oder zu Beginn dieses Ausschlags sind an der Wangenschleimhaut oft typische weiße Kalkspritzer-ähnliche Flecken zu erkennen.

 

Ist die Krankheit ausgebrochen, gibt es keine Behandlung, es können nur die Symptome gelindert werden. Hier helfen Hustenmittel, fiebersenkende Medikamente aber auch Hausmittel, wie Wadenwickel sowie Bettruhe und viel Flüssigkeit zu trinken.

 

Wenn sie den Verdacht auf Masern haben, sollten sie keinesfalls Ambulanzen und Ordinationen aufsuchen, sondern vorher anrufen und sich erkundigen, wie vorzugehen ist.

 

Masern Impfungen

 

Impfungen können und sollen in jedem Alter nachgeholt werden.

Bei den Impfstellen der Bundesländer kann man sich impfen lassen, diese finden sie hier, die Impfung ist für alle in Österreich lebenden Menschen kostenfrei.

 

Es wurden in den letzten Jahren viele Kampagnen und Aufklärungsarbeit zum Thema Impfen geleistet. Leider nicht mit einem Erfolg in dem Ausmaß, dass wir sicher sein können. Unsere Überzeugungsarbeit reicht offenbar nicht aus, um flächendeckenden Impfschutz zu sichern.

 

Ich unterstütze daher den Wunsch der Ärzteschaft nach einer Impfpflicht. Denn es geht hier nicht nur um den eigenen Körper, sondern das Risiko für Andere, insbesondere Babys, Kinder und ältere Menschen.

 

Es ist mir unverständlich, warum sich die Sozialministerin gegen eine solche Impfpflicht stellt. Das ist völlig unverantwortlich! Wenn die Politik nicht gewillt ist zu entscheiden, dann braucht es eine Volksabstimmung, die schon von Teilen der Ärzteschaft gefordert wird.

 

Mein Rat an Sie:

Haben sie Vertrauen und gehen Sie impfen bzw. lassen sie ihren Impfstatus überprüfen, wenn sie nicht sicher sind. Die Impfung ist gratis. Und die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes sind eindeutig belegt. Ich danke Ihnen.

 

Ihr Franz Bittner

 

 

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Das Bild zeigt Franz Bittner bei der Beratung eines Patienten.

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