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01 März 2018

Immuntherapie gegen Tumorzellen


Jährlich erkranken in Österreich rund 40.000 Menschen an Krebs, überwiegend an Darm-, Lungen-, Brust- oder Prostatakrebs. Bösartige Tumore gelten damit nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen als die zweithäufigste Todesursache. Die Krebsforschung arbeitet mit Hochdruck daran, innovative Behandlungsmethoden zu entwickeln und konnte in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielen. Früherkennung und neue Medikamente verändern die Statistik: Seit dem Jahr 2008 haben sich in Österreich die Chancen, eine Krebserkrankung mehr als fünf Jahre zu überleben auf 61 Prozent erhöht.

 

Mit der Immuntherapie ist der Medizin ein wichtiger Durchbruch gelungen. Der neue Behandlungsansatz - neben den bekannten Methoden wie Operation, Strahlen- oder Chemotherapie - verspricht eine enorme Schlagkraft im Kampf gegen den Krebs. Für Betroffene bedeuten neue, im Rahmen der Immuntherapie verabreichte Wirkstoffe, bessere Heilungschancen und eine höhere Lebensqualität während der Therapie.

 

Immunsystem kämpft gegen den Krebs

 

Die Immuntherapie setzt auf die Aktivierung des Immunsystems, das den Körper vor Bakterien oder Viren bzw. fremden Stoffen schützt. Krebszellen werden vom Körper grundsätzlich als fremdartig erkannt, doch manche Krebszellen täuschen das Abwehrsystem und geben vor, eine gesunde Zelle zu sein. Das Immunsystem wird damit irregeführt und das Abwehrschild funktioniert nicht. Die Immuntherapie kann die Tarnung der Krebszellen aufheben und diese für das Immunsystem wieder erkennbar machen. Dafür werden körpereigene Zellen entnommen, gentechnisch behandelt und dem Patienten wieder eingesetzt. Das Immunsystem soll auf diese Weise befähigt werden, Krebszellen zu erkennen und zu zerstören. Die Immuntherapie, deren Wirkstoffe als Checkpoint-Hemmer oder Checkpoint-Inhibitoren bezeichnet werden, ermöglicht es, Tumorzellen gezielt anzugreifen. Ein wahrer Meilenstein - denn bisherige Methoden wie die Strahlentherapie oder die Chemotherapie haben oft schwere Nebenwirkungen und können mitunter auch gesunde Zellen schädigen.

 

Welche Patienten für eine Immuntherapie infrage kommen, hängt laut Experten von einer Vielzahl an unterschiedlicher Faktoren ab, wie zum Beispiel der Krebsart ab. So zeige die Immuntherapie bei schwarzem Hautkrebs, bei Lungenkrebs sowie bei Nierenkrebs bereits gute Ergebnisse. Aber auch bei anderen Krebsarten wie Dickdarm-, Gebärmutterhals- oder Blasenkrebs wären Erfolge erkennbar.

 

Die Immuntherapie steht jedoch erst am Anfang, und in welchen Fällen ihr Einsatz zum Erfolg wird, ist vielfach noch offen. Tatsache ist jedoch, dass die Methode aufwendig und bislang auch mit hohen Kosten verbunden ist. So heißt es, dass eine Immuntherapie im Schnitt mehrere hunderttausend Euro im Jahr kostet, mit viel Spielraum nach oben, je nach Umfang der Therapie. Das Gesundheitssystem steht angesichts neuer Behandlungsmethoden und der damit verbundenen Finanzierung vor enormen Herausforderungen - doch für Betroffene wächst die Hoffnung. 

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Das Bild zeigt Franz Bittner bei der Beratung eines Patienten.

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