| Franz Bittner

4. Corona Impfung jetzt, im Herbst oder nie?

Wie so oft in Österreich, waren wir bei Corona zuerst ganz ambitioniert, sind dann vom Kurs abgekommen, haben dann widersprüchliche Entscheidungen getroffen, um es am Ende ganz zu lassen und die Entscheidung den BürgerInnen zu überlassen. Statt die Impfpflicht umzusetzen hat die Regierung sie erst ausgesetzt und dann ganz fallengelassen. Die Zahlen steigen aktuell, viele sprechen bereits von einer Sommerwelle und mit dem Beginn der Reisesaison stellt sich die Frage: Impfen oder nicht?

Bevor wir diese Frage beantworten, ein wichtiger Hinweis: Den bestmöglichen Schutz vor einer Infektion bietet das Anwenden der empfohlenen Hygienemaßnahmen, vor allem das Tragen einer FFP2-Maske. Es ist ganz einfach, vielleicht ein bisschen lästig, aber ganz sicher wirksam.

 

Wer soll sich nun ein 4. Mal impfen lassen?

Es gibt ein Nationales Impfgremium und die geben regelmäßig Empfehlungen heraus << öffnet in einem eigenen Fenster.

Die Empfehlung des Nationalen Impfgremiums lautet eine vierte Impfung für RisikopatientInnen und alle über 80, allenfalls auch für über 65-Jährige. Wien geht hier wieder einen anderen Weg in der Corona-Pandemie und bietet eine Auffrischung für alle, deren dritte Impfung bereits sechs Monate zurück liegt.

Das Nationale Impfgremium empfiehlt derzeit keine Auffrischungsimpfung (4. Impfung) wird daher für gesunde Personen der Altersgruppe 12 – 65 Jahre. Es spricht jedoch nichts dagegen, wenn dem persönlichen Wunsch nach einer Auffrischungsimpfung (4. Impfung) gefolgt wird. Diese kann frühestens ab 4 Monaten, besser aber erst 6 Monate nach der Grundimmunisierung (3. Impfung) verabreicht werden.

Hilft die vierte Impfung gegen die Ansteckung?

Ja, zu etwa 50 Prozent. Das heißt: Wer sich boostern lässt, hat ein um die Hälfte geringeres Risiko als ein Ungeimpfter, sich zu infizieren oder das Virus an andere weiterzugeben. Vor einem schweren Verlauf schützt aber auch bereits die Dreifach-Impfung.

Rund 96.000 ÖsterreicherInnen erhielten bereits den 4. Stich. Mehr als die Hälfte der Auffrischungsimpfungen haben sich ältere Menschen ab 75-Jahren geholt (50.218), ein Drittel der “Auffrischer” lebt in Wien (30.447).

Und wenn im Herbst eine völlig neue Variante auftaucht?

Das Coronavirus entwickelt sich stetig weiter, sollten bis zum Winter neue Subvarianten von Omikron auftauchen, würden diese trotzdem mit dem auf BA.1 zugeschnittenen Impfstoff in Schach zu halten sein. Kommt eine neue Subvariante nach Omikron? „Nein. Ich halte die Wahrscheinlichkeit einer neuen, gefährlicheren Variante für extrem gering“, sagt Virologin Dorothee von Laer im Interview << öffnet in einem eigenen Fenster.

Für diese Einschätzung gibt es zwei wesentliche Gründe: In den vergangenen Pandemiejahren dominierte die im Sommer zirkulierende Virusvariante auch den Herbst. Auch wurde weltweit noch kein Omikron-Nachfolger entdeckt. Zudem besteht die menschliche Immunantwort nicht allein aus Antikörpern, die das Virus durch seine neuen Ausprägungen zunehmend umgehen kann. Die sogenannten T-Zellen verhindern einen schweren Krankheitsverlauf – und ihnen können weder das Ursprungsvirus noch seine Varianten entkommen. „Das wird auch so bleiben“, sagt von Laer.

 

Mein Appell: Bleiben sie vorsichtig und nutzen sie ihren Hausverstand! Impfen ist sinnvoll, wichtig und sie schützen sich und andere. Das habe ich oft genug gesagt. Wenn sie ins Ausland auf Urlaub fahren, empfiehlt sich eine vierte Impfung, wenn sie das auch wollen. Ansonsten tragen sie bei größeren Menschenansammlungen eine Maske – das hilft immer – und achten sie besonders auf die Hygiene und desinfizieren sie regelmäßig ihre Hände. Besser etwas Vorsicht als Krankheit und Quarantäne. Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer.

Ihr Franz Bittner