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20 Juli 2017

Engpässe bei Nuklearmedizin?


Erst in dieser Woche warnte die Wiener Ärztekammer vor Engpässen bei Schilddrüsen-Untersuchungen. Die Forderung lautet völlig richtig: Nuklearmedizin muss im niedergelassenen Bereich auf Krankenschein möglich sein. Gerade für Menschen, die Schilddrüsen-Erkrankungen haben, ist dies essenziell. Und diese Gruppe von Personen ist in Österreich gar nicht klein

 

Warum ist das so?

Erwachsene benötigen täglich mindestens 150 µg Jod, bei Schwangeren und Stillenden sollte diese tägliche Jodzufuhr sogar höher liegen – so die Zahlen der WHO. Traditionell wird die Bevölkerung in Österreich über jodiertes Speisesalz mit Jod versorgt – dazu existiert seit 1963 auch eine gesetzliche Regelung. Untersuchungen zeigen, dass die Jodversorgung der Bevölkerung sich über die Jahre verbessert hat, nichts desto trotz ist davon auszugehen, dass etwa jeder dritte Erwachsene einen Knoten in der Schilddrüse hat.

Die einzigen Hinweise, ob diese Verknotung gut- oder bösartig ist, erhalten Patientinnen und Patienten durch eine Szintigrafie und ebendiese ist aktuell von langen Wartezeiten geprägt. Viele Patienten weichen daher in den privatmedizinischen Bereich aus.

Die Forderung der Ärztekammer Wien nach Kassenverträge für nuklearmedizinische Untersuchungen im niedergelassenen Bereich ist nicht nur nachvollziehbar, sie ist aus gesundheitspolitischer und organisatorischer Sicht auch nötig.

Viele betroffene Patientinnen und Patienten weichen von Wien nach NÖ oder in das Burgenland aus, denn diese beiden Gebietskrankenkassen haben seit Jahren solche Verträge mit dem niedergelassenen Bereich abgeschlossen. Doch deren Kapazitätsmöglichkeiten für die Wiener sind der „Tropfen auf den heißen Stein“.

Selbstverständlich bezahlt die WGKK (Wiener Gebietskrankenkasse) für ihre Versicherten – die einen Platz ergattern – den Tarif der NÖGKK oder der BGKK. Es wäre höchst an der Zeit, dass die WGKK auch in Wien nun einige Verträge vergibt, da es Ordinationen und Institute gibt, die solche Leistungen anbieten, diese aber derzeit privat verrechnen müssen.

Krankenhäuser oder teure Privat-Konsultationen sind kein angemessener Lösungsweg für diese Patienten.

 

Weiterführende Links:

•    Statistik Austria

•    Österr. Schilddrüsengesellschaft

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